Nachtgedanken – Dem Theseus sein Magic Deck

Schiff des Theseus
Das Schiff des Theseus ist ein philosophisches Paradoxon, das bereits in der Antike aufgezeigt wurde. Es berührt die Frage, ob ein Gegenstand seine Identität verliert, wenn viele oder gar alle seiner Einzelteile nacheinander ausgetauscht werden.

Ich habe ja im vergangenen Jahr meien (aus monetärer Sicht) Fatale Liebe zu Magic the Gathering wieder entdeckt. Vor allem für das Draften und öffnen von Boostern und auch diesen Monat, dem Ravnica Allegiance prerelease sei Dank, wird auch wieder eine Menge Geld versenkt. Aber darum soll es nicht gehen.

Ich spiele Magic ähnlich wie ich X-Wing spiele. Mich kümmert das Meta kein Stück ich spiele nicht die Decks die angesagt sind, da ich mehrheitlich drafte ist das ohnehin schwer. Wenn ich eigene Decks baue, dann basieren sie meist auf einer Fixen Eingebung oder bescheuerten Idee alá „Hey Karte X lässt mich abc tun wodurch der Effekt von Karte Y getriggert wird… hab ich noch mehr was damit zusammen arbeitet?“ oder „Hey ich habe einige Vampire… mal sehen was ich damit anfangen kann“ oder „Hey diese Deck hat mir im Draft Spaß gemacht, mal sehen ob ich Karten habe die es besser machen könnten“ unnötig zu erwähnen das ich mit diesen Decks in der Regel keinen Blumen Topf gewinne. Was aber nichts macht da ich auch so meine  Spaß hatte. Die meisten dieser Decks nehme ich recht schnell wieder auseinander.

Die einzige, relative, Ausnahme hier von sind zwei Decks die ich seit ca. 2003/2004 (?) mit größeren Unterbrechungen spiele und immer wieder „verbessre“ beruhen auf zwei Themen Decks der 8. Edition. Da wären einmal das schwarze Expulsion und das grüne Heavy Hitters.

Diese habe ich über die Jahre hinweg immer wieder verändert und zwar so sehr das in dem grünen Deck lediglich nur noch 5 der ursprünglich 17 Karten enthalten sind und es nun eine ganz andere Strategie verfolgt… wenn ich nun genau darüber nachdenke, kann es gut sein, dass ich dieses Deck irgendwann mal neu gebaut habe nach dem ich das Ursprüngliche Heavy Hitters auseinander genommen habe… egal.. weiter im Text. Von dem schwarzen Deck sind von 13 unterschiedlichen nur noch 3 geblieben, aber immerhin verfolgt es noch grob die gleiche Strategie.

Ich bin mir nicht ganz sicher ob die Decks philosophisch betrachtet immer noch die selben Decks sind die seiner Zeit gekauft habe. Aber sie sind allen Veränderungen zum trotz immer noch die Decks die ich damals aus ihnen gemacht habe. Im Grunde spiele ich also seit Jahren dieselben zwei Decks. Das tuen wahrscheinlich viele, immerhin ist es teil des Spiels die Decks immer wieder zu verändern, aber ich habe inzwischen fast so was wie eine emotionale Bindung zu diesen Stapeln von Pappkarten. Das ging soweit das ich mich die Tage fragte ob es wirklich noch die selben Decks sein, es waren ohne zweifel meine Decks aber waren es die gleichen?

Da viel mir das philosophische Gedankenexperiment bzw. Paradox „Das Schiff des Theseus“ ein. Da ja nie alle Karten gleichzeitig ausgetauscht werden haben die neuen Karten quasi Zeit die Identität des Decks an zu nehmen. Ich glaube zwar das die Sache mit Theseus Schiff so nicht funktioniert, aber mir soll es als Erklärung reichen.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.